14. Februar 2012 Altdorf beherbergt am meisten Asylsuchende

Eigentlich will die Regierung Asylbewerber auf alle Gemeinden verteilen. Das ist aber kaum machbar, so der Regierungsrat.



86 Asylbewerber, 64 vorläufig Aufgenommene und 86 anerkannte Flüchtlinge befanden sich Ende 2011 in Uri. Das Gros davon (97 Personen) allein im Urner Hauptort. Der Grund dafür ist einfach: Einzig in Altdorf steht derzeit eine Kollektivunterkunft für Asylsuchende zur Verfügung. Das hält die Regierung in ihrer Antwort auf eine Interpellation von Landrat Toni Brand (parteilos, Silenen) fest. In allen weiteren Gemeinden werden Asylsuchende und Flüchtlinge in Wohnungen untergebracht. Neben Altdorf beherbergen vor allem Silenen (32 Flüchtlinge und Asylsuchende), Erstfeld (25), Schattdorf (23), Bürglen (22), Flüelen (16) und Göschenen (12) Flüchtlinge und Asylsuchende. Keine Personen sind in Bauen, Gurtnellen, Hospental, Isenthal, Realp, Spiringen, Unterschächen und Wassen untergebracht, wie die Regierung festhält.

Rotes Kreuz verantwortlich

Für die Unterbringung der Asylsuchenden ist in Uri das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) verantwortlich. Der Kanton hat dazu mit der Hilfsorganisation eine Programmvereinbarung abgeschlossen. Gemäss dieser Vereinbarung sollen Asylsuchende auf möglichst alle Urner Gemeinden verteilt werden, mindestens aber auf sechs. Dies ist aber nicht möglich, wie die Regierung schreibt. Zum einen spielten der Wohnungsmarkt, die Mietpreise und - nicht zuletzt - der Wille der Vermieter, Wohnungen an Asylsuchende zu vergeben, eine Rolle. «Nicht selten kommt es vor, dass dem SRK Absagen erteilt werden, wenn Vermieterinnen und Vermieter vernehmen, dass die Wohnungen an Asylsuchende vergeben werden sollen.» Zum anderen würden Familien, Ehepaare und alleinstehende Frauen räumlich getrennt von alleinstehenden Männern untergebracht.

Die Regierung will an dieser Praxis festhalten, auch wenn der Kanton weitere Asylbewerber aufnehmen muss. «Er wird darauf achten, dass die einzelnen Gemeinden nicht übermässig belastet werden», heisst es in der Antwort des Regierungsrates.


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Diese Meldung wurde vom Urner Wochenblatt zur Verfügung gestellt.