27. Januar 2012 Dätwyler setzt organisches Wachstum fort
Die Dätwyler Gruppe hat ein erfolgreiches Geschäftsjahr hinter sich. Der starke Franken drückte jedoch auf die Umsätze.
Kolbenschutzkappen aus der Produktion des Konzernbereichs Sealing Technologies. Foto: ZVG
Die Dätwyler Gruppe, die mit vier Konzernbereichen die Märkte Industrie, Pharma und Datacom bedient, hat 2011 währungsbereinigt ihren Wachstumskurs fortgesetzt. Bei unveränderten Wechselkursen erarbeitete die Gruppe ein organisches Umsatzwachstum von 5,4 Prozent. Das teilt das Unternehmen in einer am Freitag veröffentlichten Medienmitteilung mit. Der negative Wechselkurseinfluss aus der Konsolidierung in Schweizer Franken belief sich auf 100,6 Millionen oder minus 7,6 Prozent. Der ausgewiesene Nettoumsatz reduzierte sich somit im Vergleich zum Vorjahr leicht um 2,2 Prozent auf 1,29 Milliarden Franken (Vorjahr: 1,32). «Dank der konsequenten Umsetzung der Nischenstrategie generierten alle vier Dätwyler Konzernbereiche eine robuste Nachfrage, obwohl das Umfeld wegen der europäischen Schuldenkrise in allen bearbeiteten Märkten und Branchen durch hohe Unsicherheit geprägt war», heisst es in der Medienmitteilung. Die saisonale Entwicklung der Nachfrage ergebe keinen einheitlichen Trend: Während die Konzernbereiche Pharma Packaging und Sealing Technologies ein starkes zweites Halbjahr verzeichneten, nahm die Dynamik in den Konzernbereichen Technical Components und Cabling Solutions leicht ab. Der Konzernbereich Technical Components erzielte währungsbereinigt ein organisches Wachstum von 3 Prozent. Durch die Konsolidierung in Franken ergab sich ein Rückgang des Nettoumsatzes um 3,7 Prozent. Auf der einen Seite legte die Online/Katalog-Distribution für Industrieelektronik, Automation und Computerzubehör (Distrelec, Elfa und Reichelt) vor allem in Deutschland und Osteuropa kräftig zu. Auf der anderen Seite kämpfte der Fachhandel (Maagtechnic) mit den rückläufigen Auftragsvolumen der Schweizer Industrie- und Gewerbekunden.
Erfolgreich in Schwellenländern
Im Konzernbereich Pharma Packaging war der Effekt aus der Konsolidierung in Schweizer Franken am stärksten: Ein währungsbereinigtes organisches Wachstum von 8,3 Prozent wandelte sich in einen Umsatzrückgang von 4,4 Prozent. Der ausgewiesene Nettoumsatz belief sich auf 265 Millionen Franken (Vorjahr: 277). Wie bereits im Vorjahr verzeichnete Dätwyler in den Schwellenländern ein überdurchschnittliches Umsatzwachstum.
In China Marktanteile gewonnen
Im Konzernbereich Cabling Solutions betrug das währungsbereinigte organische Wachstum 5,5 Prozent. In Franken sank der Nettoumsatz um 1,1 Prozent auf 241 Millionen (Vorjahr: 244). Erneut sehr dynamisch hat sich der Umsatz in China entwickelt, wo Dätwyler weitere Marktanteile gewann. In Europa war die Umsatzentwicklung je nach Land und Region sehr unterschiedlich, mit der Schweiz an der Spitze und den südeuropäischen Ländern am Ende.
Nespresso steigert Umsatz
«Der Konzernbereich Sealing Technologies profitierte 2011 von den Vorarbeiten in der Vergangenheit», schreibt das Unternehmen. Dank neuen Serienprodukten für die Automobilindustrie und dem Ausbau der Zusammenarbeit mit Nespresso sei es gelungen, den Umsatz um 7 Prozent zu steigern - von 151 auf 162 Millionen Franken. Bereinigt um den Wechselkurseinfluss ergab sich ein organisches Wachstum von 10,7 Prozent.
Dank der soliden Kapazitätsauslastung und den frühzeitig eingeleiteten Massnahmen zur Reduktion der Abhängigkeit vom Frankenkurs werde die Dätwyler Gruppe auch im schwierigen Berichtsjahr 2011 das selbstgesetzte Zielband von 9 bis 10 Prozent für die Ebit-Marge erreichen, heisst es in der Medienmitteilung.

