27. Januar 2012 Die SBB unterstützen den Neat-Halt in Uri
Die Kantone Uri und Tessin führen mit den SBB Gespräche über das künftige Angebot auf der Gotthardstrecke. Ein Konzept dafür ist in Arbeit, erste Eckwerte sind bereits festgelegt.
Nach der Eröffnung der Neat soll jede Stunde mindestens ein Personenzug in beide Richtungen über die Bergstrecke fahren. Foto: Archiv UW
Im Januar haben sich Vertreter der SBB mit den zuständigen Regierungsräten der Kantone Tessin und Uri, Marco Borradori und Isidor Baumann, zu einem Spitzengespräch getroffen. Im Zentrum stand die personenverkehrsbezogene Bedienung der beiden Kantone durch die SBB nach der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels Ende 2016. Die SBB rechnen auf diesen Zeitpunkt hin mit einer Verdoppelung der Reisenden auf der Gotthardroute von heute rund 8000 auf rund 16`000 Personen pro Tag.
«Diese substanzielle Erhöhung der Transportbedürfnisse verlangt nach einem integralen Konzept, welches sowohl den Gotthard-Basistunnel als auch die Bergstrecke zum Gegenstand hat und neben den Verkehrsleistungen auch das dazu notwendige Rollmaterial beinhaltet», heisst es in einer gemeinsamen Medienmitteilung der SBB und der beiden Kantone. Dieses integrale Konzept werde von den SBB in enger Abstimmung mit Uri und Tessin erarbeitet; es soll im Lauf dieses Jahres vorliegen.
Das vorgesehene Basis-Angebotskonzept geht von folgenden Verkehrsleistungen aus: Stündlich verkehren zwei Züge je Richtung durch den Gotthard-Basistunnel (Halbstundentakt); einer davon soll in Uri halten. Die SBB unterstützen diesen Halt. Er soll auf den Zeitpunkt der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels realisiert werden. Jede Stunde soll zudem ein Zug pro Richtung über die Bergstrecke fahren. Je nach Bedürfnissen (Wochenende, touristischer Verkehr) können diese Basisleistungen durch zusätzliche Angebote erweitert werden. Dieses Angebot decke ein nationales Interesse ab und entspreche in weiten Teilen den Vorstellungen der Kantone Uri und Tessin, heisst es in der Medienmitteilung.
Besucherfenster in Amsteg
Diskutiert wurde am Spitzengespräch auch das Besucherfenster, das im Zugangsstollen in Amsteg von der AlpTransit Gotthard AG (ATG) realisiert wird und das in ein nachhaltig attraktives, touristisches Gesamtangebot für Bahninteressierte einzubinden ist. Ob ein solches Fenster auch in Bodio gebaut wird, ist in Abklärung.

