22. Mai 2012 Korporation und EW Ursern auf gesunden Beinen
Das EW Ursern hat im vergangenen Jahr einen Ertragsüberschuss von 1,7 Millionen Franken erzielt. Nun sollen auch der Tiefen- und der Sidelenbach für die Wasserkraft genutzt werden.
Seit 110 Jahren gewinnt das Elektrizitätswerk Ursern (EWU) Energie aus Wasserkraft. Heute erbringen die drei Wasserkraftwerke zusammen mit drei Windenergieanlagen insgesamt 25 Millionen Kilowattstunden, mit denen rund 2000 Abonnentinnen und Abonnenten mit der zu 100 Prozent erneuerbaren Gotthardenergie versorgt werden. Und die Entwicklung geht weiter: An der Talgemeinde Ursern vom vergangenen Sonntag, 20. Mai, in der Kirche von Hospental, präsentierte der Talrat weitere Pläne für die Stromerzeugung.
1,7 Millionen Franken Ertragsüberschuss
Das EWU erzielte im vergangenen Jahr einen Gesamtertrag von rund 7,067 Millionen Franken - rund 70 Prozent mit dem Verkauf von elektrischer Energie und dem Handel von Ökozertifikaten. Bei einem Gesamtertrag von 5,360 Millionen Franken konnte EWU-Verwaltungsratspräsident Herbert Danioth der Talgemeinde einen Ertragsüberschuss von rund 1,706 Millionen Franken präsentieren. Das vergangene Jahre sei vor allem durch Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Andermatt Swiss Alps AG (ASA) geprägt gewesen. So konnte unter anderem die neue 15 KV-Leitung Göschenen-Andermatt in Betrieb genommen werden. «Damit konnten wir unsere Kapazität verdoppeln und die sichere Stromversorgung im Urserental erheblich verbessern», so Herbert Danioth. Für das kommende Jahr budgetiert das EWU einen Ertragsüberschuss von 1,17 Millionen Franken. Sowohl die Rechnung als auch das Budget wurden von der Talgemeinde einstimmig gutgeheissen.
Kraftwerk Realp III in Sichtweite
Das EWU fasst bereits weitere Schritte zur sicheren Stromversorgung der Talschaft Ursern ins Auge. So soll das Projekt Kraftwerk Realp II mit der Nutzung der Witenwassern- und der Muttenreuss bis Ende September im Detail vorliegen und dann an einer ausserordentlichen Talgemeinde im November oder Dezember dem Souverän vorgelegt werden («Urner Wochenblatt» vom 2. Mai). Und bereits ist ein weiteres Projekt in Sichtweite: das Kraftwerk Realp III mit der Nutzung des Tiefenbachs und des Sidelenbachs.
Der Talrat hat bereits eine Rahmenkonzession mit dem EWU vertraglich festgelegt. Diese wurde an der Talgemeinde einstimmig ratifiziert und von der Versammlung begrüsst. So gratulierte Alt-Talschreiber Alfred Russi dem Talrat für die Weitsicht. «Allerdings bleibt zu hoffen, dass es nicht Jahre dauert, bis die ersten Bagger auffahren», hielt Alfred Russi fest.
Korporation Ursern schliesst im Plus
Auch die Rechnung der Korporation Ursern schliesst positiv ab. Bei einem Gesamtertrag von rund 900 000 Franken und einem Aufwand von rund 640 000 Franken, liegt der Bruttoüberschuss von über 260 000 Franken mehr als 148 000 Franken höher als noch im Vorjahr. Nach Rückstellungen und Abschreibungen beträgt der ausgewiesene Ertragsüberschuss rund 1197 Franken. Das Budget 2012 sieht einen Ertrag von 749 100 Franken und einen Aufwand von 748 000 Franken sowie einen Ertragsüberschuss von 1100 Franken vor. Rechnung und Budget wurden von der Talgemeinde einstimmig gutgeheissen.
Angelika Simmen-Regli neu im Talrat
Fritz Simmen hatte auf die Talgemeinde hin seine Demission eingereicht. Der Realper hat sich während 16 Jahren für die Korporation Ursern eingesetzt und war nach Talammann Alex Renner der Zweitälteste im Gremium. Seinen Sitz im Talrat einnehmen wird Angelika Simmen-Regli. Die medizinische Praxisangestellte und Mutter zweier Söhne wurde von der Talgemeinde mit Applaus ins neue Amt gewählt. Die restlichen Mitglieder des Talrats wurden einstimmig und in globo wiedergewählt.
Ebenfalls für zwei Jahre wiedergewählt wurde der Engere Rat der Korporation Ursern: mit Talammann Alex Renner, Statthalter Hans Regli-Simmen, Säckelmeister Ludwig Müller und den Mitgliedern René Russi, Beat Schmid und Erwin Nager. Als Ersatz für den austretenden Fritz Simmen wurde Talrat Franco Cattaneo aus Hospental gewählt.
