24. Januar 2012 Technische Störung löste in Altdorf Sirenenalarm aus
Die Bevölkerung in weiten Teilen des Urner Talbodens wurde in der Nacht auf Sonntag durch drei Sirenenalarme aufgeschreckt.
Eine technische Störung löste bei der Sirene auf dem Getreidesilo Eyschachen in Altdorf in der Nacht von Samstag auf Sonntag, 22. Januar, um 00.54 Uhr, 00.57 Uhr und 01.08 Uhr je einen Sirenenalarm aus. Wie die Gemeinde Altdorf sowie das Amt für Bevölkerungsschutz und Militär gestern Dienstag mitteilten, hat der jeweils rund 1 Minute dauernde «Allgemeine Alarm» mit an- und abschwellendem Heulton die Bevölkerung in weiten Teilen des Urner Talbodens aufgeschreckt und verunsichert.
Die betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner hätten richtigerweise die Anweisungen für das Verhalten bei Sirenenalarm befolgt: Radio hören und die Verhaltensanweisungen der Behörden befolgen. «Da das Radio zu diesem Zeitpunkt noch keine Informationen über den Sirenen-Fehlalarm ausstrahlte, führte dies notgedrungen zu sehr vielen telefonischen Anfragen der besorgten Bevölkerung bei der Notrufzentrale der Kantonspolizei Uri. Die Überlastung der Telefonverbindungen und der Notrufzentrale war die Folge», heisst es in der Mitteilung.
Störung bei externer Auslösestelle
Der Sirenenlieferant und das Amt für Bevölkerungsschutz und Militär konnten die Fehlerquelle, welche den Fehlalarm bei der Sirenenanlage Eyschachen ausgelöst hatte, ermitteln. Offenbar verursachte beim Gebäude der Sirenenanlage eine vorhandene externe Auslösestelle die Störung. «Als Sofortmassnahme wurde das schadhafte Element von der Sirenensteuerung getrennt und kann somit keinen weiteren Fehlalarm produzieren», heisst es weiter. Die vertieften Ursachenabklärungen laufen zurzeit. Die Sirene Eyschachen sei nach wie vor in betriebsbereitem Zustand und könne jederzeit über die Sirenenfernsteuerung oder vor Ort ausgelöst werden.
Alarmstelle bei der Polizei
Gemäss Mitteilung erhält im Ernstfall die Alarmstelle der Kantonspolizei von den zuständigen Instanzen den Auftrag, die entsprechenden Sirenen auszulösen. Nach dem Grundsatz «Kein Sirenenalarm ohne Radiomeldung» nimmt die Alarmzentrale mit der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG SSR) Kontakt auf und übermittelt die Verhaltensanweisungen an die Bevölkerung. «Damit wird sichergestellt, dass beim Sirenenalarm die notwendigen Informationen zeitgerecht an die Bevölkerung verbreitet werden können», heisst es weiter.
Beim Sirenen-Fehlalarm ergebe sich eine völlig andere Situation: Weil Alarme auch manuell am Standort der Sirenen ausgelöst werden können, muss die Alarmstelle zuerst abklären, ob es sich tatsächlich um einen Fehlalarm handelt, mit der Konsequenz, dass im Zeitpunkt des Fehlalarms beim Radio noch keine Information für die Bevölkerung vorhanden sind. «Es obliegt nun der Kantonspolizei, unter sehr hohem Zeitdruck zuerst die Lage zu ermitteln, die Meldung mit Informationen und Verhaltensanweisungen an die Bevölkerung zu erstellen und an die SRG SSR weiterzuleiten.» Gleichzeitig seien die Telefonanrufe über die Notrufnummern zu beantworten.
Da die Alarmstelle der Kantonspolizei während der Nacht nur mit einer Person besetzt ist, habe dies unweigerlich zu einer Überlastung der Alarmstelle und somit notgedrungen auch zu Verzögerungen bei der Information der Bevölkerung geführt. «Mit dem Eintreffen der personellen Verstärkung in der Alarmstelle entspannte sich die Überlastungssituation bei der Alarmstelle», schreiben die Verantwortlichen weiter.
Gemäss Auskunft der zuständigen Stelle von Radio DRS erfolgte die Ausstrahlung der Information an die Bevölkerung erstmals um 1.40 Uhr auf DRS 3. Um 2.00 wurde die Sendung wiederholt. Die Art und Weise der Informationsverbreitung auf DRS 1 ist Gegenstand interner Abklärungen der SRG SSR.
«Richtig verhalten»
«Die Bevölkerung hat sich beim Sirenen-Fehlalarm grundsätzlich richtig verhalten», heisst es in der Medienmitteilung. Die zuständigen Behörden der Gemeinde Altdorf (Eigentümerin der Sirene) und des Kantons werden die Ursachenabklärungen fortführen. Erkannte Schwachstellen werden sie «im Rahmen der Möglichkeiten mit entsprechenden Massnahmen beheben und die Gemeinden sowie die Bevölkerung darüber informieren».
Der Gemeinderat von Altdorf sowie das Amt für Bevölkerungsschutz und Militär danken den Einwohnerinnen und Einwohnern der betroffenen Gebiete für das wohlwollende Verhalten sowie für die zahlreichen Hinweise und Anregungen. Sie bedauern den Vorfall und bitten um Verständnis für die mit dem Sirenen-Fehlalarm verbundenen Unannehmlichkeiten.
